Karo Murat ist Weltmeister – Sebastian Formella besiegt Angelo Frank

Karo Murat ist Weltmeister – Sebastian Formella besiegt Angelo Frank

„Blitz und Donner“ war das Motto des Boxevents, den ECB Manager Erol Ceylan gemeinsam mit Sauerland Boxpromotion  veranstaltete. In der Tat gab es ordentlich Blitz (5 KOs, davon 3 für ECB-Boxer) und Donner (2xWM, 1x Interconti, 2xEM). Schon beim offiziellen Wiegen zeichnete sich ab, dass das Duell zwischen Sebastian Formella aus dem ECB Team und dem Wikinger Angelo Frank der heimliche Hauptkampf sein würde. Formella und Frank sind gebürtige Hamburger. Ihre riesige Fanbase verwandelte die edel-optics.de Arena zeitweise in Hamburgs schönste Partymeile. Der Fight war jeden Cent des Eintrittsgelds wert. Von der Freundschaft, die die beiden verbindet war im Ring nichts zu sehen. Formella ist im Superweltergewicht zu Haus, Frank boxt normalerweise eine Klasse tiefer im Welter. Ihre Manager Erol Ceylan und Winne Spiering hatten sich auf ein Catchweight von 68 kg geeinigt.
Wie eine Bulldogge ging Frank nach vorn und versuchte Formella an den Ringseilen zu stellen. Das klappte nur selten, denn „Hafenbasti“, wie Formella von seinen Freuden gerufen wird, ließ sich nicht stellen. Ganz klar, es lief nicht gut für den Boxer des Wiking Teams. Frank fand keine Kampfbindung. Anders Formella; er tänzelte leichtfüßig und vor allem, er setzte immer den ersten Schlag. In der siebten Runde erwischte „Hafenbasti“ seinen Kumpel auf dem Solarplexus.Coach Hartmut Schröder ging kein Risiko ein und warf das Handtuch. Durch seinen TKO-Sieg hält  Formella nun den IBO Interkontinental-Titel und ist gleichzeitig neuer WBO Europameister.

Nicht nur Tyron Zeuge boxte um eine Weltmeisterschaft, sondern auch ECBs Karo Murat. In der Schlacht um die IBO Krone im Halbschwergewicht stand er dem 37 jährigen Travis Reeves aus Amerika gegenüber. Von seinen 19 Kämpfen verlor Reeves zwei. Murat unterlag in seinen 35 Kämpfen dreimal.
Der Mann aus Baltimore hatte sich exzellente Verstärkung in die Ecke geholt. Hasim Rahman hatte Reeves auf den Kampf vorbereitet. Ihm gelang das Kunststück Lenox Lewis durch KO zu besiegen. Murat musste ohne ECB Headcoach Bülent Baser auskommen. Baser war mit seinen Schwergewichtlern Nikola Milacic und Hüseyin Cinkara unterwegs. Sie boxten zeitgleich im serbischen Novi Sad. In dem spannendsten Kampf des Events gingen Murat und Reeves an ihre physischen Grenzen. Gleich in der ersten Runde schlug Reeves heftige Körperhaken. („Ich glaube, Reeves hat mir die Rippen gebrochen“ sagte Murat später). Ohne Frage, der Amerikaner war in der ersten Halbzeit am Drücker. Dann wendete sich das Blatt. Murat kam in den Infight und bearbeite Reeves mit brandgefährlichen Kopf- und Körperschlägen. Reeves fing an zu wackeln. Nur mit einer unglaublichen Willensleistung schaffte er es in die letzte Runde. Diesen unbändigen Willen  zerbrach Murat im letzten Durchgang vollends und schickte ihm mit einem Schlaghagel zu Boden. Der umsichtige Kampfrichter brach ab.

„Auf diesen Boxer muss man achten! Er ist Hamburgs Megatalent im Schwergewicht.“ Ringsprecher Ingo Rohrbach kam ins Schwärmen, als er Agron Smakici vorstellte. Aber aus seinem vielfach erwarteten KO über Tornike Puritchamiashvili wurde nichts. Ohne Frage. Smakici war um Klassen besser, als der Georgier. Doch an dessen Betonkopf schlug sich der in elf Kämpfen ungeschlagene Boxer aus dem ECB Team die Handschuhe platt. Puritchamiashvili wollte einfach nicht umfallen. Am Ende gab es einen klaren Punktsieg. Dennoch war Agron unzufrieden. ECB Chef Erol Cheylan fand das Ergebnis indes gut: „Mit Puritchamiashvili hatte Agron endlich mal wieder einen Gegner, der ihn über sechs Runde forderte. Mission accomplished!“